Aus dem Schulbetrieb
Die Bildungsausgaben stellen sowohl in Andwil als auch in der Stadt Gossau einen bedeutenden Anteil der öffentlichen Ausgaben dar. Der Schulrat Andwil-Arnegg sieht sich deshalb in der Verantwortung, mit den finanziellen Mitteln sorgfältig und nachhaltig umzugehen.
Auch wenn ein Grossteil der Kosten im Bildungsbereich vorgegeben und nur begrenzt beeinflussbar ist, können gezielte organisatorische Anpassungen spürbare Entlastungen bewirken. Dies setzt teilweise auch Veränderungen bei bestehenden Abläufen und gewohnten Prozessen voraus. Der Schulrat hat deshalb verschiedene Massnahmen beschlossen, mit denen mittel- bis langfristig nachhaltige Kosteneinsparungen erzielt werden sollen.
Optimierung des Schulbusbetriebs
Die Kosten für unseren Schulbusbetrieb sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Gründe dafür sind insbesondere die zunehmende Anzahl Schülerinnen und Schüler sowie das weitläufige Gemeindegebiet mit zahlreichen Aussenhöfen. Der Schulrat hat deshalb den Schulbusbetrieb überprüft mit dem Ziel, die Betriebskosten zu reduzieren, ohne dabei Sicherheit und Zuverlässigkeit des Schultransports zu beeinträchtigen.
Im Fokus standen insbesondere die Auslastungen der Nachmittagsfahrten. Im Zusammenhang mit den Blockzeiten sowie dem in den vergangenen Jahren deutlich stärker genutzten Angebot der ausserschulischen Betreuung ergab sich entsprechender Optimierungsbedarf.
Die Lehrpersonen der Unterstufe (1. bis 3. Klasse) wurden angewiesen, die Gruppeneinteilungen künftig verstärkt nach geografischen Kriterien beziehungsweise Wohnstandorten vorzunehmen. Dadurch können Nachmittagsfahrten mit teilweise lediglich zwei bis drei Kindern deutlich reduziert werden. Insgesamt führt dies zu einer Verringerung der Anzahl Fahrten. Zudem entfällt künftig der Transport der jüngeren Kindergartenkinder zur zweiten Morgenlektion.
Der Schulbusbetrieb über die Mittagszeit bleibt trotz des täglich angebotenen Mittagstisches unverändert bestehen.
Schliessung eines Kindergartens und organisatorische Anpassungen im Schulhaus Otmar
Die jährliche Klassenplanung und die Festlegung der Klassengrössen erfordern jeweils eine sorgfältige Interessenabwägung zwischen kantonalen Vorgaben, pädagogischen Überlegungen, organisatorischen Rahmenbedingungen und finanziellen Aspekten. Diese Parameter sind sehr volatil und können sich plötzlich ändern.
Aufgrund leicht rückläufiger Schülerzahlen im Kindergartenbereich haben sich die Rahmenbedingungen für das kommende Schuljahr verändert. Der Schulrat ist deshalb zum Schluss gekommen, dass das Führen von sechs Kindergartenklassen künftig nicht mehr gerechtfertigt ist. Aus diesem Grund wurde entschieden, ab Sommer 2026 einen Kindergarten im Schulhaus Otmar zu schliessen. Dadurch kann die Rechnung nachhaltig entlastet werden.
Die frei werdenden Räumlichkeiten werden für eine Unterstufenklasse genutzt. Damit kann der zusätzliche Raumbedarf für die geplante zusätzliche halbe 4. Klasse gedeckt werden, ohne dass kostenintensive Provisorien erforderlich werden.
Der Schulrat ist überzeugt, mit diesen Massnahmen sowohl den pädagogischen Anforderungen als auch der finanziellen Verantwortung gegenüber der Bevölkerung Rechnung zu tragen.
Trotz leicht rückläufiger Schülerzahlen ist unsere bestehende Schulraumplanung inkl. Neubau des Schulhaus in Arnegg nach wie vor aktuell. Die Situation mit der Anzahl Kindergärten könnte sich auch wieder ändern. Der grundsätzliche Bedarf an zusätzlichem Schulraum, für die ausserschulische Betreuung wie auch für die Verwaltung ist nach wie vor gegeben.
Der Schulrat
